Architektonischer Realisierungswettbewerb 'Rathaus Hainburg'

Entscheidung des Preisgerichtes

Der Wettbewerb zum Neubau eines Rathauses der Gemeinde Hainburg ist ent-schieden. Ziel ist der Neubau eines Dienstleistungszentrums, das den zeit-gemäßen Anforderungen der Bürger/innen und Mitarbeiter/innen entspricht so-wie die Schaffung eines identitätsstiftenden Ortes für die zusammengeschlossenen Ortsteile Hainstadt und Klein-Krotzenburg. Dabei war städtebauliches, architektonisches und freiraumplanerisches Gesamtkonzept zu entwickeln, das den Besonderheiten des Ortes ebenso gerecht wird wie den funktionalen Anforderungen an einen modernen Verwaltungssitz. Das für den Neubau ausgewählte Grundstück liegt an der Landesstraße L 3065, die als prägnante Verbindung zwischen den Ortsteilen Hainstadt und Klein-Krotzenburg zu sehen ist. Im Vorfeld eines anonymen, europaweit ausgeschriebenen einphasigen Wettbewerbs wurden im Rahmen eines öffentlichen Bewerbungsverfahrens 80 Bewerbungen eingereicht.  Die Auswahl von 20 Bewerbern und 5 Nachrückern für die Teilnahme am Wettbewerb erfolgte durch ein Auswahlgremium am 04.12.2017. 

Siegerentwurf STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten, Frankfurt am Main

In der abschließenden Preisgerichtssitzung, die am 17.04.2018 stattfand, wurden 14 eingereichte Entwürfe bewertet. Das Preisgericht unter dem Vorsitz von Ferdinand Heide stimmte mit einstimmig für den Entwurf des Büros STUDIOBORNHEIM Unger Ritter Architekten aus Frankfurt am Main.   

Der zweigeschossige im Grundriss quadratische Baukörper ist sensibel und angemessen auf das Wettbewerbsgrundstück abgestimmt. Der Grünzug an der Landstraße bleibt erhalten. Das Gebäude orientiert sich selbstbewusst zur Kirchstraße und springt nur geringfügig in der Gebäudeflucht zum Bankgebäude zurück. Hierdurch bildet sich ein kleiner Vorplatz der sich sehr großzügig in den Eingangsbereich des Rathauses hineinführt wird. Die wichtigsten, öffentlichen Funktionen sind im Erdgeschoss angeordnet – was insgesamt auch für die gewählte Zweigeschossigkeit spricht. Hierdurch ist auch die Barrierefreiheit ohne Rampen oder Hubbühnen gewährleistet. Das Trauzimmer, der Bürgermeister und sonstige Büros sieht man im Obergeschoss. Kurze Wege und Bürgernähe sind durch zwei Treppenhäuser und eine Freitreppe gegeben. Besonders hervorzuheben sind die beiden Innenhöfe. Sie belichten die „innen“ liegenden Räume, sind aber auch ein wichtiges Element des Klima- und Energiekonzepts des Hauses. Eine energiesparende, natürliche Querlüftung und Belichtung ist hierdurch gewährleistet. Zukunftsweisend ist die Konstruktion und Materialisierung des Gebäudes. Auf teure Materialien wird weitestgehend verzichtet. Das Untergeschoss, die Treppenhäuser und die aussteifenden Kerne sind massiv (Beton oder Ziegel). Decken und die Innenseite der Pfosten-Riegel Fassade sind aus Holz, aus nachwachsenden Rohstoffen. Außen hin tritt Glas und Baubronze in Erscheinung. Die Glashalteleisten sind als Lisenen ausgebildet und verleihen dem Gebäude ein modernes, struk-turiertes und klar gegliedertes Erscheinungsbild. Die Fassaden sind pflegeleicht und werthaltig – hierdurch reduzieren sich zukünftige Unterhaltskosten. Für den Vorplatz und den Eingangsbereich ist ein Material angedacht, das die Bürger und Bürgerinnen selbstverständlich in das Gebäude leitet. Ein insgesamt sehr stimmiger, ausgewogener Entwurf der Offenheit ausstrahlt und die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Rathaus  durch sparsamen Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen gewährleistet.

Weitere Preise und Anerkennungen

Der zweite Preis ging an Dannheimer & Joos Architekten GmbH aus München, der dritte Preis an Muffler Architekten BDA / DWB aus Tuttlingen. Anerkennungen erhielten die Büros Bau EINS Architekten aus Kaiserslautern und wittfoht architekten aus Stuttgart.

Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten

Die Ausstellung der Arbeiten findet von Mittwoch, 18.04.2018 bis Montag, 23.04.2018 im Vereinsheim Musikgesellschaft Eintracht Hainstadt 1888 e.V., Kanalstraße 54, 63512 Hainburg statt. Die Ausstellung ist täglich von 15.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet.

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1. Preis  STUDIOBORNHEIM, Unger Ritter Architekten, Frankfurt am Main 
Offenheit, die verbindet
Der zweigeschossige im Grundriss quadratische Baukörper ist sensibel und angemessen auf das Wettbewerbsgrundstück abgestimmt. Der Grünzug an der Landstraße bleibt erhalten. Das Gebäude orientiert sich selbstbewusst zur Kirchstraße und springt nur geringfügig in der Gebäudeflucht zum Bankgebäude zurück. Hierdurch bildet sich ein kleiner Vorplatz der sich sehr großzügig in den Eingangsbereich des Rathauses hineinführt wird. Die wichtigsten, öffentlichen Funktionen sind im Erdgeschoss angeordnet - was insgesamt auch für die gewählte Zweigeschossigkeit spricht. Hierdurch ist auch die Barrierefreiheit ohne Rampen oder Hubbühnen gewährleistet. Das Trauzimmer, der Bürgermeister und sonstige Büros sieht man im Obergeschoss. Kurze Wege und Bürgernähe sind durch zwei Treppenhäuser und eine Freitreppe gegeben. Besonders hervorzuheben sind die beiden Innenhöfe. Sie belichten die „innen“ liegenden Räume, sind aber auch ein wichtiges Element des Klima- und Energiekonzepts des Hauses. Eine energiesparende, natürliche Querlüftung und Belichtung ist hierdurch gewährleistet. Zukunftsweisend ist die Konstruktion und Materialisierung des Gebäudes. Auf teure Materialien wird weitestgehend verzichtet. Das Untergeschoss, die Treppenhäuser und die aussteifenden Kerne sind massiv (Beton oder Ziegel). Decken und die Innenseite der Pfosten-Riegel Fassade sind aus Holz, aus nachwachsenden Rohstoffen. Außen hin tritt Glas und Baubronze in Erscheinung. Die Glashalteleisten sind als Lisenen ausgebildet und verleihen dem Gebäude ein modernes, strukturiertes und klar gegliedertes Erscheinungsbild. Die Fassaden sind pflegeleicht und werthaltig - hierdurch reduzieren sich zukünftige Unterhaltskosten. Für den Vorplatz und den Eingangsbereich ist ein Material angedacht, das die Bürger und Bürgerinnen selbstverständlich in das Gebäude leitet (Terrazzo oder Ziegel). Ein insgesamt sehr stimmiger, ausgewogener Entwurf der Offenheit ausstrahlt und die Anforderungen an ein zukunftsfähiges Rathaus  durch sparsamen Umgang mit allen zur Verfügung stehenden Ressourcen gewährleistet.

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2. Preis Dannheimer & Joos Architekten GmbH, München  
Der Entwurf verleiht dem Gebäude mit seiner Viergeschossigkeit eine Bedeutung, die sich klar als städtebauliche Dominate von der lapidaren Umgebungsbebauung absetzen soll.  Die Funktionen sind klar und richtig angeordnet. Das Erdgeschoss erschließt sich über einen großzügigen Platz an der Kirchstraße, der über eine Wegeverbingung an den Grünraum angeschlossen ist. Über einen Rücksprung gibt es überdachte geschützte Bereiche, über die man das Gebäude betritt.  Über eine zentrale Halle mit offenen Treppen, Galerien und natürlicher Belichtung sind alle Funktionsbereiche räumlich verbunden – im Innern des Gebäudes entsteht eine kommunikative Qualität. Im Erdgeschoss sind an diesen zentralen Erschließungsraum die hochfrequentierten Bürgerbüros angeordnet, im 1. Obergeschoss der Multifunktionsraum und das Trauzimmer, im 2. und 3. Obergeschoss die übrigen Bürogeschosse.  Der Brandschutz und die Fluchtwege der Arbeit sind problematisch, weil die Flure zur Halle offen sind und das zweite Fluchtreppenhaus fehlt. Überzeugend ist, dass die räumlichen Qualitäten des Ortes  durch die richtige Orientierung und schöne Ausblicke im Gebäude spürbar sind. Das 1.Obergeschoss mit den Sonderräumen erhält einen städtischen Rathausbalkon zum Platz und einen Balkon mit Treppenanbindung zum Grünraum. So entstehen für das Gemeindeleben vielfältige und reizvolle Nutzungsmöglichkeiten. Der kompakte Baukörper weist ein günstiges Verhältnis von gedämmter Hülle zu Nutzfläche auf.  Der Baukörper ist klar gegliedert. Er ist als herkömmliche Stahlbetonkonstruktion konzipiert. Die Materialien im Innern sind mit Terrazzo und Holzoberfläche eine wertige und warme Atmosphäre.  Durch eine subtile Rhythmisierung der Fassade und das überhöhte Saalgeschoss bekommt das Gebäude etwas Erhabenes. Für die stark strukturierte Fassade wird eine vorgehängte, Keramikfassade in einem warmen Farbton vorgeschlagen, die eine Hochwertigkeit und Langlebigkeit vorgibt.  Die Arbeit stellt auf Grund der Größe des Baukörpers eine aufwendigere Lösung dar. Dafür positioniert die Arbeit an dieser städtebaulich zu ordnenden Stelle einen selbstbewussten, eleganten Baukörper, der das Potential hat, ein neues Rathaus für die Gemeinde mit Strahlkraft zu verkörpern.

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3. Preis Muffler Architekten BDA / DWB, Tuttlingen  
Das Rathaus der Gemeinde Hainburg wird als zweigeschossiger Baukörper auf das Grundstück platziert. Die vorhandenen städtebaulichen Kanten der Volksbank und der gegenüberliegenden Wohnbebauung werden aufgenommen und definieren die Größe des Baukörpers. Durch diese auf den ersten Blick logische Situierung wird ein großzügiger Rathausplatz in süd-westlicher Richtung mit Bezug zur L 3065 vorgeschlagen. In nördliche Richtung wird die Gebäudekante durch Anordnung der überdachten Fahrradstellplätze und der Garagen baulich verlängert, woran sich in östlicher Richtung die Stellplätze anschließen. Die städtebauliche Anordnung bedingt eine Erschließung des Rathauses vom westlichen, zur L 3065 orientierten Rathausplatz, was äußerst kontrovers diskutiert wird. Diese Haupterschließung zur verkehrsreichen Landesstraße wird erschwerend durch den Rückbau des vorhandenen Grünraums an dieser Stelle erkauft. Die formal nachvollziehbare Anordnung von Nebengebäuden und Stellplätzen in der süd-westlichen Gebäudeflucht lässt den vorhandenen großzügigen Grünraum leider auf eine Restfläche schrumpfen. Das Gebäude selbst wird als Massivbau mit vorgehängter dunkler Klinkerfassade und Fensterbändern vorgestellt. Ein auskragendes Vordach Richtung Süd und West versucht die Beziehung zum Stadtraum herzustellen. Ein üppiger zweigeschossiger Hallenraum bietet Orientierung und wirkt auch durch das Dachoberlicht als helle Mitte des neuen Rathauses. Die Funktionen sind richtig und nachvollziehbar angeordnet, Lediglich die Verortung des Trauzimmers an einen sekundären Erschließungsflur und ohne Bezug zu den übrigen öffentlichen Flächen erschließt sich nicht. Der großzügige Hallenbereich im Zusammenhang mit den dort angeordneten Nebenflächen bedingt eine sehr große Erschließungsfläche. Der vermeintlich kompakte Baukörper ist bei näherer Betrachtung durch eine mäßige Flächeneffizienz bestimmt.  Die Bandfassaden erscheinen in dem zweigeschossigen Baukörper eher beliebig und wenig repräsentativ. Der Verfasser stellt ein umfassendes, allerdings auch komplexes Energiekonzept vor, das sich am Passivhaus orientiert. Die Notwendigkeit eines solch komplexen Systems mit mechanischer Lüftung inkl. Wärmerückgewinnung wäre bei einem derart hochfrequentierten öffentlichen Gebäude – auch in Bezug auf die Wartungskosten – im weiteren Planungsverlauf jedoch zu hinterfragen. Insgesamt überzeugt der Beitrag durch seine unprätentiöse und selbstverständliche Setzung des zweigeschossigen Baukörpers auf dem Grundstück, was sich auch in der Materialität widerspiegelt. Die Erschließung und der Umgang mit dem Grünraum werden jedoch stark in Zweifel gezogen. Die architektonische Ausarbeitung des Baukörpers erscheint in Bezug auf seine städtebauliche Präsenz und seiner Aufgabe zudem als zu wenig aussagekräftig.

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Öffnungszeiten Rathaus Hainstadt

Hauptstr. 44, 63512 Hainburg
Montag bis Freitag von 08.00 – 11.30 Uhr

Dienstag, Abendsprechstunde von 16.00 – 18.30 Uhr
Donnerstag, Nachmittagssprechstd. von 14:00 - 16:00 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Öffnungszeiten Rathaus Klein-Krotzenburg

Krotzenburger Str. 9, 63512 Hainburg
Montag bis Freitag von 08.00 – 11.30 Uhr

Dienstag, Nachmittagssprechstunde von 14.00 – 16.00 Uhr
Donnerstag, Abendsprechstunde von 16:00 - 18:30 Uhr
sowie nach Vereinbarung

Kontakt

Zentrale (06182) 7809 - 0
E-Mail gemeinde@hainburg.de

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